Ängste loslassen

von biniwini
4 Kommentare

Oft versuchen wir, unsere Ängste unter Kontrolle zu bekommen. Drücken sie häufig weg oder schämen uns dafür, dass wir Ängste haben. Je mehr ich versuche, meine Angst wegzudrücken oder ich vermeide, umso schlimmer wird sie meistens. Es ist wie, wenn du einen Ball unter Wasser drückst und dann der Ball mit voller Wucht nach oben fliegt. Wie eine kleine Explosion. Als würde sich die Angst langsam ansammeln und anstauen. Denn wenn du deinen Gefühlen keinen Raum gibst, hat auch die Angst keine Chance von dir gehört zu werden.

Vermeiden wir und gehen der Angst aus dem Weg, kann es sein, dass wir in einen Teufelskreis hineinrutschen. Denn dann hat man schon oft Angst vor der Angst. In den letzten Jahren habe ich gelernt, die Angst nicht mehr als Feind zu sehen. Sondern, dass ich Dinge mit der Angst mache. Dass ich meine Angst annehme und nicht mehr als Feind betrachte, denn die Angst hat auch bei mir eine Stärke. Das ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passieren kann.

„Setze dich deiner tiefsten Angst aus. Danach hat die Angst keine Macht mehr über dich und die Angst vor Freiheit schrumpft und verschwindet. Du bist frei.“

JIM MORRISON

Die Ängste, die wir fühlen, werden nicht kleiner, wenn wir vermeiden und ihnen aus dem Weg gehen. Oft werden sie dann größer. Als ich in einer online Kakaozeremonie dabei war, habe ich geäußert, dass ich gerade sehr mit Ängsten zu kämpfen habe und es mir schwer fällt, vor den Teilnehmer:innen zu reden. Daraufhin hat einer der Teilnehmerinnen mir privat geschrieben: Du bist stärker als deine Angst. Und ja, wie Recht sie hat. Ich bin stärker, als meine Angst. Das bedeutet nicht, dass ich gegen meine Angst arbeite. Nein ich arbeite mit ihr und stelle mich meinen Ängsten.

Reminder: Jedes Gefühl, welches du fühlst ist okay.

Kommt die Angst hoch, dann lass ihr Raum. Versuche nicht sie wegzudrücken. Solange wir gegen unsere Ängste kämpfen, kämpfen wir auch gegen uns selbst. Versuche sie anzunehmen.


Übung – Ängste loslassen:

Höre in dich hinein und frage dich während einer Angstsituation:

Wo in deinem Körper spürst du die Angst?

Wie fühlt sich deine Angst an? Sticht sie oder ist es eher ein dumpfes Gefühl?

Welche Gedanken gehen dir durch deinen Kopf? Welche Sorgen machst du dir?

Was hat deine Angst ausgelöst? In welcher Situation bist du gerade?

Sich das mal vor Augen zu führen, kann mehr Klarheit schaffen, was deine Ängste auslöst oder wovor du Angst hast. Wo du deine Angst spürst. Eine Zeitlang habe ich ein Angsttagebuch geführt. Das hat mich bei einer Panikattacke enorm unterstützt, meine Aufmerksamkeit nicht direkt auf die Angst zu lenken, sondern darauf zu achten, was ich gerade wahrnehmen kann.


Du bist nicht alleine mit deinen Gefühlen und Gedanken. Du schaffst das. Ich glaube an dich.

Alles liebe,
Bine

P.S.: Auf meinem Instagram Profil spreche ich sehr oft über meine Ängste. Ich würde mich freuen, wenn du vorbei schaust.

Schaue gerne bei meinem letzen Artikel vorbei. Hier findest du 10 Selfcare Tipps – Wohlfühlen statt Kälte.

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4 Kommentare

Jessica 10.10.2020 - 19:41

Ganz toller Beitrag! Ganz genau so ist es. Es klappt nicht immer sich seiner Angst zu stellen, es gibt Tage da fäll man einfach zurück in seine alten Muster, aber man kommt wesentlich schneller wieder aus der Situation heraus und kann auch immer besser damit umgehen! Ganz liebe Grüße

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biniwini 11.10.2020 - 15:59

Liebe Jessica, danke für deinen Kommentar. Wie recht du da hast. Es ist mehr als okay, dass es auch diese Tage gibt. Ich wünsche dir einen schönen Sonntag. Liebe Grüße, Bine

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Verena 10.10.2020 - 20:12

Danke liebe Bine für diesen wunderbaren Blogartikel, du sprichst mir aus der Seele! Die Methapher mit dem „Angstball“, den man erst versucht Unterwasser zu drücken, die passt so gut und hilft mir gerade sehr! Und die Fragen sich selber stellen hilft mir in Angst/Paniksituationen sehr! Das mit dem in ein Angsttagebuch wirklich auch mal verschriflichen wollte ich schon so lange mal machen, danke fürs nochmal Impuls geben! <3

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biniwini 11.10.2020 - 16:00

Liebe Verena, danke für deine lieben Worte und dein liebes Feedback. Das freut mich gerade so zu lesen. Ich drücke dich <3

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